Reservistenkameradschaft an der Nordseeküste
Wechselndes Wetter von Regen bis Sonnenschein, aber stets mit einer kräftigen Brise, prägte die diesjährige militärhistorische Fahrt der Reservistenkameradschaft Bergstraße nach Wilhelmshaven.
Anlass zur diesjährigen Fahrt waren die Berichte des Kameraden Rüdiger Hamann über das Treffen ehemaliger Besatzungsmitglieder des Zerstörers „Mölders“, dessen Besatzung auch er während seiner vierjährigen Dienstzeit angehörte. Dieses jährlich stattfindende Treffen dient neben der Kameradschaftspflege vor allem dem Durchführen notwendiger Reparaturen auf dem inzwischen dem Marinemuseum in Wilhelmshaven gehörenden Schiff. Interessant bei dieser Exkursion war hier die Gelegenheit, unmittelbar von Experten durch das Schiff geführt zu werden. Und zwar auch in Bereiche, die dem Publikum normalerweise nicht zugänglich sind.
Wilhelmshaven selbst ist eine junge Stadt. Erbaut seit 1853 als preußischer Marinestützpunkt an der Nordsee erhielt die Stadt 1869 nach dem damaligen preußischen König Wilhelm I. den Namen Wilhelmshaven. Die ihrer Geschichte entsprechend der Marine eng verbundene Stadt ist seit 1998 Sitz des Deutschen Marinemuseums, welches 2005 den Lenkwaffenzerstörer "Mölders" als Museumsschiff erwarb.
Auf den Bath Iron Works in den USA gebaut war die Mölders von 1969 bis 2003 im Dienst der Bundesrepublik. Mit gut 134 Metern Länge, 4.162 metrischen Tonnen Wasserverdrängung und 334 Mann Besatzung ein typischer Lenkwaffenzerstörer seiner Zeit war das Leben an Bord vor allem von Enge, Lärm, und ständiger Schiffsbewegung geprägt. Bei schwerer See kam auch noch fehlende Frischluft hinzu, da Brecher bei Sturm das Oberdeck bis auf Höhe der Brücke überschwemmten und jeden dort arbeitenden Matrosen mitgerissen hätten.
Die Veranstaltungsteilnehmer trafen sich am ersten Maiwochenende in Wilhelmshaven im Marinemuseum mit der Vorhut der Reparaturmannschaft; rechtzeitig noch vor dem Beginn der Wartungsarbeiten. Von Fachleuten durch die einzelnen Schiffssektionen vom Geschützturm bis zum Kesselraum geführt, erhielten die Besucher aus erster Hand Berichte zum Leben und Arbeiten an Bord eines Kriegsschiffes. Und sie erfuhren zudem zahlreiche Anekdoten, die so wohl nirgendwo dokumentiert sind.
Am Sonntagabend ging es dann einem langen Wochenende wieder auf die weite Rückreise an die Bergstraße. Mit dem Fazit, dass man eine wohl einmalige Gelegenheit wahrgenommen hat, und sich die Fahrt auf jeden Fall lohnte.
Die nächste Fahrt ist 2024 zum Panzermuseum in Munster geplant.
~ Fortsetzung ~
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